Sturm's Territorium - Die etwas andere Dinosaurierseite

Reviews






Movies J

jurassic world

Originaltitel

JW: Fallen Kingdom

Genre

Abenteuer/Science-fiction

Herstellungsland

USA

Erscheinungsjahr

2018

Regie

J. A. Bayona

Darsteller

Chris Pratt

Bryce Dallas Howard

B.D. Wong

Jeff Goldblum

Trailer:

Liste

Inhalt: Drei Jahre sind nach den Ereignissen auf der Isla Nublar vergangen, die Dinosaurier führen ein ungestörtes Leben auf der Insel. Jedoch wird der Vulkan auf der Insel wieder aktiv und droht, die friedliche Idylle zu zerstören. Die ehemalige Parkmanagerin Claire Dearing soll mit der Hilfe von Owen eine Expedition dabei unterstützen, die Tiere von der Insel zu retten. Beide ahnen jedoch nicht, dass es dabei nicht unbedingt um das Wohlergehen der Dinosaurier geht…


Fazit: Das Warten hatte nun endlich ein Ende! Der zweite Teil der Jurassic World Trilogie, mit dem Titel "Das gefallene Königreich" erschien am 6. Juni 2018 und ist inzwischen der 5. Teil aus der gesamten Jurassic Park Reihe.

Und ich muss zugeben, dass ich zunächst große Angst bekommen habe, dass ich "Das gefallene Königreich" genauso scheisse finden könnte, wie Star Wars 8, der eine völlige Katastrophe ist. Die ersten Filmkritiken zu JW 2 gingen auch ziemlich weit auseinander und zu einem großen Teil hatte der Film viele negative Kritiken einstecken müssen und nach dem überragenden Jurassic World von 2015, der meiner Meinung nach nur noch von dem original getoppt wird, waren meine Erwartungen an JW2 natürlich entsprechend hoch. Glücklicherweise wurde ich nicht enttäuscht. In der Tat hat der Film einige Schwächen und er war nicht ganz so gut, wie der Vorgänger und es gab auch so einige Dinge, die für mich keinen Sinn ergaben. Ich würde ihn sehr wahrscheinlich auf die selbe Stufe stellen, wie Jurassic Park 2. Aber "Das gefallene Königreich" ist immer noch sehr weit davon entfernt, ein Scheissfilm zu sein. Da kann ich die Meinungen diverser Filmkritiker nun ganz und gar nicht teilen. Diese selbsternannten Fachleute sollten sich am besten andere Jobs suchen.

Und wo ich gerade schon Jurassic Park 2 anspreche, so hat JW 2 zumindest am Anfang noch ein paar sehr große Ähnlichkeiten zu dem 97er Film. Er ist ähnlich actionreich und rasant und selbst Claire erinnerte mich sehr stark an Sarah Harding (sie trägt sogar eine ganz ähnliche Frisur). Aber später nimmt der Film eine interessante Wendung und schlägt einen Weg ein, den man nicht unbedingt erwartet hatte. "Das gefallene Königreich" entpuppte sich als düsterer, als alle Jurassic Park Teile zuvor und war auch sehr emotional. Ich werde in diesem Review nichts spoilern, aber Leute, die nah am Wasser gebaut sind, werden bei manchen Szenen anfangen zu heulen.

Was mir an dem Film wirklich super gut gefallen hat, war wie verdammt geil die Dinos wieder ausgesehen haben. Da haben sie im Vergleich zum Vorgänger noch eine gewaltige Schüppe draufgelegt. Was auch daran lag, dass man wieder vermehrt mit Animatronics gearbeitet hat und das tat dem Film wirklich sehr gut. Es sieht einfach atemberaubend aus. Darum muss so ein Film unbedingt im Kino gesehen werden. Denn nur auf der großen Leinwand kommt das alles richtig zur Geltung.

Und dann gibt es da noch eine gewisse tierische Heldin, auf die ich mich die ganze Zeit über total gefreut hatte und das ist natürlich Blue! Und OMFG!!! Diese kleine Raptorin rockt einfach die Bude! Das ist unfassbar! JW 2 mag vielleicht etwas schwächer geworden zu sein, aber Blue ist besser geworden. Ich habe jeden ihrer Momente gefeiert. Ihre Babyaufnahmen hätten mir beinahe die Tränen in die Augen gebracht und glaubt mir, dass passiert bei mir nicht oft. Sie ist die Seele dieses Films. Nach Jurassic World hatte sie ohnehin bereits einen Platz in meinem Herzen erobert, aber spätestens jetzt ist sie für mich anbetungswürdig. Und da muss ich den Machern nochmal meinen größten Respekt aussprechen. Was mich an den früheren JP Filmen immer gestört hat, war das Bild der bösen Fleischfresser. Raptoren waren in Jurassic Park 1 und 2 reine Filmmonster ohne Persönlichkeit, die sich auf alles gestürzt haben, was sich bewegte und das hatte sich für mich immer falsch angefühlt, obwohl sie toll aussahen. Ab Teil 3 hatte sich das erstmals geändert und man konnte das Ver- halten der Raptoren dort absolut nachvollziehen. Aber mit dem 1. Jurassic World hatte man das nochmal auf eine ganz neue Ebene gebracht und Blue fühlt sich einfach echt an. Eigentlich beinahe genau so, wie ich Raptoren überhaupt sehe. Die sind wirklich sehr nah dran und alleine durch Blue gewinnt der Film schon eine ganze Menge. Als krasses Gegenstück zu Blue haben wir in JW 2 den Indoraptor, also eine Mischung aus Indominus Rex und Velo und der ist kalt, brutal und ohne Persönlichkeit. Also vom Wesenszug her eigentlich genau so wie ein Raptor, aus JP1 bzw. 2. Hier könnte man durchaus sagen, trifft das Alte auf das Neue.

Die Schwächen des Films, sind keinesfalls bei den Dinos zu finden, ganz im Gegenteil. Dafür aber bei den menschlichen Figuren und manche sind fast schon unterirdisch klischeehaft. Außer Ian Malcom (der eigentlich nur sehr kurz in Erscheinung tritt und keine wirkliche Hauptfigur darstellt) und Owen Grady.

Ja... dann war die gute Claire auch wieder mit dabei. In Jurassic World war sie für mich ein rotes Tuch und ich mochte ihren Charakter überhaupt nicht. Aber nun hatte sie eine wunderbare Entwicklung von einer empathielosen Geschäftsfrau zu einer Tierschützerin durchlaufen und diese Entwicklung nehme ich ihr nicht so ohne weiteres ab. Ich hätte es viel lieber gesehen, dass Owen diese Rettungsaktion für Dinos leitet. Da ihm aber zu Anfangs das Schicksal der Dinos gleichgültig erschien, musste er von Claire erst überzeugt werden. Da konnte man sich nur an den Kopf fassen und fragen: "Warum, Owen?!"

Dann war da der trottelige Computer Nerd, der wirklich nur genervt hat und man froh war, wenn er mal sein Maul hielt. Ein überaus platter Bösewicht. Aber gut, platte Bösewichte gab es auch in den vorigen Filmen. Da wären Peter Ludlow aus Teil 2, oder Vic Hoskins aus Jurassic World zu nennen und mit dem neuen Bösewicht schlägt man in eine ganz ähnliche Kerbe. Diesmal war auch wie immer ein Kind mit von der Partie, doch dieses Mädchen, nervte sonderbarerweise überhaupt nicht und war sogar sehr sympathisch.

Alles in allem, ist der Film bei weitem nicht so schlecht, wie er derzeit von den Medien gemacht wird. Jeder sollte sich von dem Film ein eigenes Bild machen und meins ist sehr positiv ausgefallen, auch wenn es der Film nicht geschafft hat, den Vorgänger zu übertreffen.

Dennoch hat der Film einige sehr tolle Momente und gerade gegen Ende nimmt er nochmal richtig an Fahrt auf und überrascht mit einem sehr offenem und unerwartetem Ende, welches die Reihe in eine völlig neue Richtung lenken wird. Das macht jetzt schon Lust auf den 3. Teil, denn noch nie war der Spruch "das Leben findet einen Weg" von solch großer Bedeutung.


9,5 von 10 Punkten